Regionales Risikoprofil

Das regionale Risikoprofil ist eine Erfassung und Analyse der in einer Sicherheitsregion vorhandenen Risiken, einschließlich der relevanten Risiken aus angrenzenden Gebieten. Die Risikoerfassung bietet eine Übersicht der vorhandenen risikobelasteten Situationen und der Arten von Zwischenfällen, die sich dadurch ereignen können. Als Grundlage für das regionale Risikoprofil dient die Risikokarte. Im Rahmen der Risikoanalyse werden die gesammelten Daten näher beurteilt, verglichen und interpretiert. Ausgehend von diesen Erkenntnissen trifft die Verwaltung der Sicherheitsregion strategische Entscheidungen zum Vorgehen beim Risiko- und Krisenmanagement, bei der Vermeidung und Beschränkung von Risiken sowie bei der Vorbereitung der Krisenmanagementorganisation. Darüber hinaus bietet das regionale Risikoprofil die Grundlage für die Information der Bürger über Risiken. Diese Verfahrensweise ist im Strategieplan der Sicherheitsregion festgelegt.
2010 trat das neue Gesetz zu den Sicherheitsregionen (Wet veiligheidsregio’s) in Kraft. Innerhalb von sechs Monaten nach dem Inkrafttreten des Gesetzes müssen die Sicherheitsregionen über ein Risikoprofil verfügen, das in Zusammenarbeit mit allen relevanten Partnern erstellt wurde.

Auf welche Fragen gibt das Risikoprofil Antwort?

  • Was kann uns passieren? Überblick über die vorhandenen risikobelasteten Situationen.
  • Im Hinblick darauf wird als erster Schritt zum Risikoprofil für jeden Krisentyp anhand der Risikokarte der Provinz eine Risikoerfassung durchgeführt. Da Risiken auch über die Grenzen von Regionen hinausgehen können, wird diese Erfassung überregional abgestimmt.
  • Wie groß sind die Risiken? Es werden Schadensereignis-Szenarien ausgearbeitet und analysiert; die Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Katastrophe oder Krise sowie die möglichen Auswirkungen (Folgen) in Hinsicht auf die vitalen Belange der Gesellschaft werden ermittelt.
  • Welche Leistungen erbringen die Sicherheitsregionen nun bereits im Bereich des Risiko- und Krisenmanagements?
  • Was können wir noch unternehmen; welche spezifischen Maßnahmen sind zur besseren Beherrschung des Risikos möglich?

Zuständigkeit der Sicherheitsregion
Die Sicherheitsregion ist für die Erstellung des regionalen Risikoprofils zuständig. Die Sicherheitsregion sollte dabei mit allen relevanten Partnern zusammenarbeiten, z. B. mit den Kommunen, der Provinz, der Polizei, den Wasserwirtschaftsverbänden (Waterschappen), dem Umweltamt usw. Die gemeinsame Erstellung des Risikoprofils ist ein erster Schritt, der dazu beiträgt, dass neue Kooperationsvereinbarungen im Bereich des Risiko- und Krisenmanagements getroffen werden können.
Die Leitfaden zum regionalen Risikoprofil bietet den Sicherheitsregionen eine einheitliche Methodik zur Erstellung eines Risikoprofils. Dadurch sind die regionalen Profile vergleichbar. Erforderlich ist die Vergleichbarkeit, damit die Profile überregional aufeinander abgestimmt werden können, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist.

Rolle der Kommunen beim Risikoprofil
Das Risikoprofil dient als Grundlage für den Strategieplan. Es muss daher von der Verwaltung der Sicherheitsregion vorschriftsgemäß mit allen beteiligten Gemeinderäten besprochen werden. Die Gemeinderäte haben ausgehend vom Entwurf des Risikoprofils direkten Einfluss auf die Verfahrensweise der Sicherheitsregionen. Sie können den Risikoprofil-Entwurf um selbst ermittelte Risiken ergänzen und auch lokale Prioritäten und Sicherheitsthemen einfließen lassen. Der Inhalt des Strategieplans ist auf diese Weise lokal solide verankert und dient der Gemeindeverwaltung als Unterstützung bei der Koordination der lokalen und regionalen Sicherheitspolitik.